PMB*

Personen der Moderne Basis*

Die PMB ist ein Webservice für Personen, Werke, Institutionen, Orte und Ereignisse speziell für die Zeit in Wien um 1900. Ihre einfachste Funktion besteht darin, für verschiedene Projekte eine gemeinsame Datenbank zu schaffen. Das erleichtert einerseits die Erfassung von Personen, wenn diese bereits angelegt sind. Es vereinfacht andererseits die Suche über mehrere Projekte hinweg. Verweise auf andere Normdatensätze (GND, geonames.org) erlauben den automatisierten Abgleich, ohne Fehler von diesen übernehmen zu müssen.

Ausgangsdaten

Folgende Daten bilden den Grundstock, mit denen im Februar 2019 begonnen wurde:

  • Peter Michael Braunwarth: Personen-, Werk- und Ortindex: Arthur Schnitzler: Tagebuch 1879–1931. Herausgegeben von der Kommission für literarische Gebrauchsformen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Obmann: Werner Welzig. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1981–2000.
    10.772 Entitäten
  • Martin Anton Müller: Personen-, Werk-, Organisations- und Ortindex für die Edition: Arthur Schnitzler – Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren (2018–2021). Diese sind eine Weiterführung von den von Kurt Ifkovits und Martin Anton Müller erstellten Daten zu: Hermann Bahr, Arthur Schnitzler: Briefwechsel, Aufzeichnungen, Dokumente. Hg. K. I. und M. A. M. Göttingen: Wallstein 2018.
    6.755 Entitäten

Seither werden die Entitäten kontinuierlich erweitert, durchgesehen und auch miteinander in Beziehung gesetzt.

Folgende Projekte arbeiten derzeit aktiv mit PMB:

  • Arthur Schnitzler – Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren, link
  • Intertextuality in the Legal Papers of Karl Kraus – A Scholarly Digital Edition, link

* Der Name ist ein Sonderfall eines Akronyms. Er versteht sich als Referenz auf Peter Michael Braunwarth, dessen Arbeit den Grundstock bildet.


Richtlinien

Die Herkunft der Anfangsdaten brachten als Erbe einige Uneinheitlichkeiten mit sich. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Funktionen beschrieben und skizziert, wie die Einträge möglichst regelkonform angelegt werden.

Personen

Zumindest das grundsätzliche Verständnis, was eine Person ist, dürfte zu wenig Diskussion führen. Die relevante Unterscheidung: Die PMB verzeichnet real existierende Personen und solche, von denen angenommen werden kann, dass sie existierten (»Homer«), aber keine mythologische Gestalten (»Prometheus«).

Der Ansetzungsname ist dabei der für das Erwachsenenleben hauptsächlich gültige – jener Name, von dem angenommen wird, dass sie darunter den meisten Menschen bekannt ist. Beispielsweise wird »Marie Bernardt« als »Sarah Bernhardt« geführt. Ihr Geburtsname wird ebenso wie andere Namensformen (Ehename »Damala«) als Label angelegt.

Unsichere Lebensdaten können wörtlich eingegeben werden. Es ist in diesen Fällen aber sinnvoll, eine ISO-Fassung separat anzugeben: »4.?4.1919 <1919-04-04>«

Geburts- und Todesort werden als Beziehung zu bestimmten Orten angelegt. Die Orte werden dabei nach ihrem heutigen Namen angelegt, nicht nach dem zu dem Zeitpunkt gültigen. So starb Hugo von Hofmannsthal in Rodaun, das erst seit 1938 zu Wien gehört. Trotzdem ist in der Datenbank Rodaun als zu Wien gehörig angelegt. (Die Editor*innen des Schnitzler-Tagebuchs hielten das anders, weswegen noch viele solcher Einträge in der Datenbank sind.)

Berufe

Die Angabe von Berufen erfolgt nach einer vorgegebenen Liste, wobei unbeschränkt Berufe angegeben werden können. Gegenwärtig ist kein Vokabular für die Berufe vorgesehen, doch sollte sich das zu einem späteren Zeitpunkt ändern.

Nicht näher zu ermittelnde Personen

Unbekannte, nicht einmal durch einen Familien- oder Vornamen zu identifizierende Personen werden im Familiennamen mit »??« markiert und in mit einer kurzen Beschreibung in eckigen Klammern versehen, z. B. »?? [Vermieterin von F. M. Fels]«. In den respektiven Relationsfeldern wird die Person durch nähere Angaben bestimmt. Hier scheint es besonders angebracht, auch die Relationen zu datieren, etwa »gearbeitet in Wien 1904« oder »Arbeitet für Hermann Bahr 1904« etc.

Normdaten

Schon bei der Anlage einer Person kann dies über die die Normdatei GND geschehen. Sollte die GND-Nummer später nachgetragen werden, geschieht das durch das entsprechende Label mit der kompletten URI, zb. »https://d-nb.info/gnd/118509896«.

Relationen

Personenbeziehungen

Hier lassen sich Verwandtschafts- und Beziehungsverhältnisse eintragen. Beispielsweise:

  • Partner
    • Ehepartner>
      • …durch Scheidung getrennt von
      • …durch Tod getrennt von
  • Kind/Elternteil
  • Nichte/Neffe
  • Schwager/Schwägerin
  • Enkel/Enkelin
  • verschwägert
  • befreundet mit
  • arbeitet zusammen mit
  • arbeitet für

Labels

Die verschiedenen Labels sind über das Dropdown-Menü auszuwählen und weitgehend selbsterklärend. Sie enthalten vor allem Namensvarianten wie Geburtsname, Pseudonym, Rufname. Weiters können Links auf die GND, auf Wikipeda u.ä. nachgetragen werden.

Werke

Werke werden nach Möglichkeit in der ersten Fassung aufgenommen (»Lieutenant Gustl«), weitere Namensvarianten (»Leutnant Gustl«) können als Label erfasst werden. Die Angabe erfolgt nach Möglichkeit in deutscher Form. Die Jahresangabe nennt den Zeitpunkt, an dem das Werk in der Öffentlichkeit war und von dieser rezipiert werden konnte. Bei Bühnenwerken sind d. h. erste Aufführung oder erster Druck relevant, bei fremdsprachigen Werken ist das auf das Original bezogen, nicht die deutsche Übersetzung. Aus dem Nachlass veröffentlichte Werke werden also nach dem Ableben datiert. Die Entstehungszeit des Werks kann bei der Relation zum Künstler eingegeben werden.

Zeitungen, Zeitschriften und Periodika

Diese werden – soweit es sich um literarische Werke handelt – ebenso behandelt. Entsprechend sind Texte, die in einer Zeitung erschienen sind, über eine Werk–Werk-Beziehung abzubilden. (»enthalten in«). Eine genauere bibliografische Angabe kann über das entsprechende Label gegeben werden. Jede Zeitschrift ist zudem als Institution (die Redaktion, das Redaktionsbüro, die Organisation) anzulegen (Relation Type: »in Beziehung zu«) und auch als Ort, sofern der geografische Ort der Druckerei oder des Redaktion angesprochen wird.

Unter Pseudonym veröffentlicht

Insofern ein Werk unter Pseudonym veröffentlicht wurde, ist dieses als Label zu hinterlegen.

Beziehungen

Event

Zu genau datierbaren Ereignissen, derzeit vor allem für Theaterinszenierungen. Drei Labels sind vorgesehen:

  • wurde aufgeführt
  • wurde aufgeführt >> hatte Uraufführung
  • wurde aufgeführt >> hatte Premiere

Institutionen

Siehe weiter oben, Zeitschriften.

Personen

Wichtige Relationen:

  • geschaffen von
    • unter Pseudonym veröffentlicht von
    • anonym veröffentlicht von
  • bearbeitet von
  • übersetzt von
  • vertont von
  • ist Beiträger zu [vor allem für Periodika etc.]
  • ist mit Vorwort/Nachwort versehen von
  • herausgegeben von
  • steht in Beziehung zu

Werk

Hier ist vor allem zu vermerken, ob ein Werk in einem anderen enthalten ist oder ob es frühere oder spätere Fassungen gibt.

  • vorangegangen ist [vor allem für Periodika]
  • fortgeführt als [vor allem für Periodika]
  • ist eine spätere Fassung von
  • wurde bearbeitet als
  • wird rezensiert in
  • enthält
  • enthalten in
  • ist eine Bearbeitung von
  • ist eine Rezension von

Institutionen

Als Institutionen werden juristische, politische oder anderweitige Einrichtungen erfasst, deren Handlungsraum nicht genau lokalisierbar sind. Dazu gehören neben Unternehmen auch Verlage und Literaturpreise, da ihre Produkte nicht an einem bestimmten Ort rezipiert werden. Im speziellen Fall existieren bestimmte Institutionen sowohl als Institutionen wie als Orte, etwa wenn Schnitzler im Verlagsgebäude ist, um Widmungsexemplare zu unterzeichnen. In solchen Fällen legt man Relationen zwischen Institution und Ort an.

Beziehungen

Institutionen

  • in Relation zu
  • Vorgänger war
  • aufgegangen in

Personen

  • hat als Arbeitskraft
  • in Relation zu

Werke

Orte

Orte

Orte sind im einfachsten Sinne gemeint, als Stellen, zu denen man physisch hingehen kann. Anders gesagt: gibt es Längen- und Breitengrad, ist es ein Ort. Das umfasst also auch Organisationen wie Theater – die man physisch aufsucht.

Ortstypen

Das Vokabular für Ortsstypen findet sich hier: https://vocabs.acdh-dev.oeaw.ac.at/pmbplacetypes/de/?clang=de

Wichtige Ressourcen

GND

GND-Suche (lobid)

Personen

Wien

  • https://genteam.at (Nach Registrierung kostenfreie Datenbank mit Geburts- und Sterbeeinträgen vor allem zu Wien. Die dortigen Angaben nach Möglichkeit an den Quellen überprüfen)
  • Matrikula (Tauf-, Eheregister u.w. für Wien und weitere Orte)
  • Jüdische Matrikeln (Kostenfreie Registrierung. Achtung: Nicht auf die Datenbank setzen, sondern die Bilder ansehen. Einträge vor allem in Wien-Allgemein und Wien I.)
  • Lehmann online OCR (Adressbuch Wien. Wenn die Volltexterkennung nicht funktioniert, ist die herkömmliche Blätterversion besser).
  • ANNO Zeitungen (Grade für Namen empfiehlt sich die Abstandsuche: "Johann Goethe"~2 findet auch "Johann Wolfgang Goethe")

Berlin